Finanzen und Buchhaltung
Definition
Eine Gewinn-und-Verlust-Rechnung (GuV, auch P&L) zeigt die Umsätze, Ausgaben und den Nettoegewinn oder -verlust eines Unternehmens über einen bestimmten Zeitraum. Sie ist das primäre Instrument zur Beurteilung der Unternehmensrentabilität.
Die GuV verläuft vom Umsatz zum Nettogewinn: Umsatz minus Herstellungskosten (COGS) ergibt Bruttogewinn. Bruttogewinn minus Betriebsausgaben (Vertrieb, Marketing, Verwaltung, F&E) ergibt Betriebsergebnis (EBIT). Betriebsergebnis minus Zinsaufwand ergibt Ergebnis vor Steuern. Ergebnis vor Steuern minus Ertragsteuern ergibt Nettoeinkommen. Wichtige Rentabilitätskennzahlen aus der GuV umfassen Bruttomarge, Betriebsmarge und Nettomarge. Nach der periodengerechten Buchführung werden Umsätze und Kosten bei Entstehung erfasst — nicht beim Geldfluss — sodass der Nettogewinn erheblich vom Cashflow abweichen kann. Die GuV deckt einen Zeitraum ab, im Gegensatz zur Bilanz (Momentaufnahme) und zur Kapitalflussrechnung.
Eine saubere, genaue GuV ist grundlegend für das Verständnis der Rentabilität, die Identifikation von Kostenbereichen mit überdurchschnittlichem Wachstum und den Vergleich mit Branchenbenchmarks. Kreditgeber, Investoren und potenzielle Käufer prüfen GuVs in der Due Diligence. Ein Buchhalter stellt sicher, dass Ihre GuV Ihr Unternehmen korrekt abbildet; ein Finanzberater hilft Ihnen, die strategische Bedeutung zu verstehen.
Verfasst von James Chae — Mitgründer, Expert Sapiens
Geprüft März 2026