Recht und geistiges Eigentum
Definition
Eine Absichtserklärung (LOI) ist ein Dokument, das die vorläufigen Bedingungen einer geplanten Transaktion umreißt — typischerweise eine Unternehmensübernahme, einen Gewerbemietvertrag oder eine Partnerschaft — bevor ein formeller verbindlicher Vertrag unterzeichnet wird. Die meisten LOI-Bestimmungen sind unverbindlich, bestimmte Klauseln (Exklusivität, Vertraulichkeit, Kostenzuweisung) sind jedoch typischerweise verbindlich.
LOIs erfüllen mehrere Funktionen: Sie signalisieren ernsthaftes Interesse, stellen einen Verhandlungsrahmen auf und schaffen einen Fahrplan für Due Diligence und endgültige Dokumentation. Bei M&A-Transaktionen legt das LOI Kaufpreis, Struktur (Vermögens- vs. Anteilskauf), Earn-Out-Bedingungen, Exklusivitätszeitraum (No-Shop-Klausel) und wesentliche Bedingungen fest. In Gewerbeimmobilien legt das LOI Miete, Mietlaufzeit, Mieterausbauzuschüsse und Optionen fest, bevor der vollständige Mietvertrag aufgesetzt wird. Die unverbindliche Natur der meisten LOI-Bedingungen wird häufig missverstanden — Gerichte haben gelegentlich LOIs als bindende Verpflichtungen angesehen, wenn sie ausreichend spezifisch waren und die Parteien sich verhielten, als wäre ein Deal zustande gekommen. Exklusivitäts- und No-Shop-Klauseln sind verbindlich und verhindern, dass der Verkäufer während der Verhandlungsphase konkurrierende Angebote einholt.
Die Unterzeichnung einer Absichtserklärung ohne rechtliche Prüfung kann unbeabsichtigt unvorteilhafte Bedingungen bindend machen oder konkurrierende Angebote in einer kritischen Verhandlungsphase ausschließen. Ein Anwalt kann LOI-Bedingungen prüfen, sicherstellen, dass unverbindliche Bestimmungen korrekt ausgenommen werden, Exklusivitätsfenster verhandeln und Bedingungen strukturieren, die Ihre Position schützen.
Verfasst von James Chae — Mitgründer, Expert Sapiens
Geprüft März 2026