Verfasst von — Mitgründer, Expert Sapiens
Geprüft März 2026
Recht und geistiges Eigentum
Definition
Die Treuhandpflicht ist der höchste rechtlich anerkannte Sorgfaltsmaßstab — die Verpflichtung, im besten Interesse einer anderen Partei zu handeln, nicht im eigenen. Treuhandbeziehungen entstehen in bestimmten Kontexten: Anwalt-Mandant, Treuhänder-Begünstigter, Unternehmensleiter-Aktionär, Finanzberater-Kunde. Verletzungen der Treuhandpflicht können zur persönlichen Haftung führen.
Treuhandpflichten umfassen: (1) Loyalitätspflicht — Interessen des Begünstigten über die eigenen stellen, Interessenkonflikte vermeiden; (2) Sorgfaltspflicht — mit der Umsicht und den Fähigkeiten einer vernünftigen Person in gleicher Position handeln; (3) Vertraulichkeitspflicht — vertrauliche Informationen schützen; (4) Offenlegungspflicht — Informationen teilen, die für die Entscheidungen des Begünstigten wesentlich sind. Unternehmensleiter haben Treuhandpflichten gegenüber Aktionären — angefochten durch Derivativklagen. Finanzberater, die Treuhänder sind (RIAs), müssen Anlagen empfehlen, die im besten Interesse des Kunden liegen, nicht nur 'geeignete'. Verletzungen der Treuhandpflicht sind ein Delikt, das zu Schadensersatz, Gewinnherausgabe und Strafschadenersatz führen kann.
Zu verstehen, ob jemand Ihnen gegenüber eine Treuhandpflicht hat — oder ob Sie eine solche haben — hat erhebliche rechtliche Konsequenzen. Ein Finanzberater als Treuhänder muss sich anders verhalten als einer, der nach dem Eignungsstandard handelt. Wenn Sie vermuten, dass ein Treuhänder seine Pflicht verletzt hat (Eigeninteresse, Interessenkonflikte, nicht offengelegte Vergütungen), kann ein Anwalt Ihre Ansprüche und Rechtsbehelfe prüfen.