Recht und geistiges Eigentum
Definition
Eine Zeugenvernehmung (Deposition) ist eine formelle, außergerichtliche Aussage unter Eid, die ein Zeuge oder eine Partei in der Ermittlungsphase eines Rechtsstreits abgibt. Die Aussage wird aufgezeichnet und kann in der Hauptverhandlung verwendet werden.
Bei einer Zeugenvernehmung beantwortet der Zeuge Fragen unter Eid — typischerweise in einem Besprechungsraum, in dem Anwälte beider Seiten anwesend sind. Ein Gerichtsprotokollant hält jedes Wort fest; Vernehmungen können auch per Video aufgezeichnet werden. Anwälte nutzen Vernehmungen, um Tatsachen zu ermitteln, die Glaubwürdigkeit von Zeugen einzuschätzen und Aussagen zu fixieren, die später verwendet werden können, wenn ein Zeuge in der Hauptverhandlung seine Geschichte ändert. Vernehmungen können von wenigen Stunden bis zu mehreren Tagen dauern. Der Zeuge hat das Recht auf Anwesenheit seines Anwalts, der Einwände erheben darf — der Zeuge muss in der Regel dennoch antworten, sofern keine Geheimhaltungsprivilegien bestehen. Vernehmungsprotokolle gelten als eidesstattliche Aussagen und haben das gleiche rechtliche Gewicht wie Aussagen vor Gericht.
Wenn Sie als Kläger, Beklagter oder Zeuge an einem Rechtsstreit beteiligt sind und vernommen werden sollen, handelt es sich um eine Situation mit hohem Einsatz, die sorgfältige Vorbereitung erfordert. Ihr Anwalt sollte Sie eingehend vorbereiten — voraussichtliche Fragen durchgehen, frühere Aussagen und relevante Dokumente besprechen. Eine falsche Aussage bei der Vernehmung kann Ihre Position in der Hauptverhandlung erheblich schwächen.
Verfasst von James Chae — Mitgründer, Expert Sapiens
Geprüft März 2026