Finanzen und Buchhaltung
Definition
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind Geldbeträge, die Kunden einem Unternehmen für bereits gelieferte Waren oder erbrachte Dienstleistungen schulden, die aber noch nicht bezahlt wurden. Sie erscheinen als Umlaufvermögen in der Bilanz und stellen den Rechtsanspruch des Unternehmens auf Zahlung dar.
Wenn ein Unternehmen Waren oder Dienstleistungen liefert, bevor es die Zahlung erhält, wird der geschuldete Betrag als Forderung erfasst. Forderungen entstehen, wenn ein Verkauf auf Ziel erfolgt — beispielsweise mit 30 oder 60 Tagen Zahlungsziel. Der Forderungsbestand in der Bilanz umfasst alle ausstehenden Rechnungen, die noch nicht beglichen wurden. Eine wichtige Steuerungskennzahl ist der DSO (Days Sales Outstanding = Forderungen ÷ Tagesumsatz), der angibt, wie lange es im Durchschnitt dauert, Zahlungen einzuziehen. Ein hoher DSO im Verhältnis zu den Zahlungszielen weist auf Inkassoprobleme hin. Forderungsalterungsberichte kategorisieren offene Rechnungen nach Überfälligkeit (0–30, 31–60, 61–90, über 90 Tage) und helfen, säumige Kunden zu identifizieren.
Langsam zahlende Kunden können ernsthafte Liquiditätsprobleme verursachen, selbst wenn die Gewinn-und-Verlust-Rechnung positiv aussieht. Ein Buchhalter oder Finanzberater kann Rechnungsstellungsrichtlinien, Zahlungsziele und Inkassoprozesse gestalten, die den DSO reduzieren und den Cash-Conversion-Cycle verbessern.
Verfasst von — Mitgründer, Expert Sapiens
Geprüft März 2026