Finanzen und Buchhaltung
Was ist Finanzmodellierung (Financial Modeling)?
Definition
Finanzmodellierung ist der Prozess, die finanzielle Situation eines Unternehmens in einer strukturierten, quantitativen Form darzustellen — in der Regel in Tabellenkalkulationen — um die zukünftige Leistung zu prognostizieren und wichtige Entscheidungen zu unterstützen.
Finanzmodelle übersetzen die Unternehmensstrategie in Zahlen. Sie umfassen Umsatzprognosen (nach Produkt, Kanal, Kundensegment), Kostenstruktur (Herstellungskosten, Betriebsausgaben, Personalkosten), Cashflows und Leistungskennzahlen. Für Startups beinhaltet ein Finanzmodell typischerweise die drei Hauptabschlüsse (Gewinn-und-Verlust-Rechnung, Bilanz, Kapitalflussrechnung), Stückökonomie, Szenarioanalyse und Runway-Prognosen. Bei der Kapitalbeschaffung erwarten Investoren Modelle mit klaren Annahmen, Bottom-up-Umsatztreibern und einer 3- bis 5-Jahres-Prognose. Der Wert eines Modells hängt von der Qualität seiner Annahmen ab — ein Modell, das von jemandem erstellt wurde, der das Geschäftsmodell wirklich versteht, bildet die Realität ab und ist nicht nur eine Excel-Übung.
Warum es wichtig ist
Finanzmodelle sind die Sprache der Investoren. Ohne sie kann man kein glaubwürdiges Gespräch über Kapitalbeschaffung führen, keine Einstellungen planen und nicht bestimmen, wann die nächste Finanzierung nötig ist. Ein Spezialist für Finanzmodellierung kann das erste investorentaugliche Modell erstellen, ein bestehendes Modell umstrukturieren oder mit Ihrem Team einen fortlaufenden Prognoseprozess etablieren.